Zurückstellung von der Schulbesuchspflicht – Verfahrensbeschreibung

Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir zur Kenntnis die aktuelle Verfahrensbeschreibung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft zum Thema Zurückstellung von der Schulbesuchspflicht.




Detaillierte Informationen und der entsprechende Antrag sind in folgendem Dokument zu finden:

Verfahrensbeschreibung (Stand vom 29. September 2014)

 

 Neuauflage der Broschüre „Eltern im Job – Planung und Tipps“

Die Broschüre „Eltern im Job – Planung und Tipps“ der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen ist ab sofort in einer Neuauflage erhältlich.

Auf mehr als 30 Seiten gibt die Broschüre Tipps, wie sich Mütter und Väter sowie Unternehmen im Dialog auf die Elternzeit vorbereiten, während der Elternzeit den Job im Blick behalten, den Wiedereinstieg in den Job gestalten und gleichzeitig Beruf und Familie gerecht werden

Die Broschüre zeigt das breite Spektrum der Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie die Wege zu den vielfältigen Beratungs- und Weiterbildungsangeboten auf, mit denen das Land Berlin Eltern im Job unterstützt. Zugleich erfahren Familien, auf welche finanziellen Hilfen sie zählen können.

Die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, ergänzt hierzu: „Eltern im Job sind Teil der Fachkräfte, die auch nach der Erziehungsphase noch viele Jahre Leistung und Loyalität in der Arbeitswelt zu geben bereit sind. Die Entscheidung für einen Arbeitgeber hängt nicht nur vom Gehalt ab. Unternehmen sind umso attraktiver, je mehr gemeinsame familienorientierte Lösungen gefunden werden.“

 

Hier zum Download: elternimjob_barrierefrei

Stellungnahme des LEAK zur Interpretation der Ergebnisse der Senatsverwaltung für Finanzen aus der Erhebung zur zeitlichen Nutzung der Kitas

Jeder, der Familie hat weiß, das 2 min Zähneputzen und 3 min Anziehen nur ganz selten 5 min dauern. Der Landeselternausschuss Kindertagesstätten in Berlin ist von den Schlussfolgerungen zur Erhebung der zeitlichen Nutzung der Kitas verblüfft. Die Interpretationen der Senatsverwaltung für Finanzen sind mathematisch zwar möglich, aber im Leben nicht machbar…

 

Hier finden Sie die ausführliche Stellungnahme des LEAK:

LEAK-Stellungnahme zur Interpretation der Ergebnisse der SenFin zur zeitlichen Nutzung von Kitas

 

Weiterhin finden Sie hier die Stellungnahme der Bezirksräte Jugend für die Sitzung des Bildungsausschusses des Parlaments am 22. Januar 2015 zum selben Thema:

Kita-Studie Ergebnisse

 

IS(S)T KITA GUT ODER KANN KITA BESSER ESSEN?

Am 10. Dezember 2014 fand die LEAK-Veranstaltung zum Thema “”Is(s)t Kita gut oder kann Kita besser essen?” statt. Diese war mit über 100 Gästen (Eltern, Kita- und Träger-Vertreter_innen und Caterer) sehr gut besucht. Es gab einen einführenden Vortrag von Prof. Ulrike Arens-Azevêdo (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) zur gleichnamigen Bertelsmann-Studie. Mit dem Untertitel “Eine komplizierte Antwort auf eine einfache Frage” gab Roland Kern (Dachverband der Kinder- und Schülerläden) eine Antwort auf die Frage “Wieviel Geld steht in Berliner Kitas für das Mittagessen zur Verfügung?”.

Für alle Informationen und Materialien nutzen Sie bitte folgenden Link:

http://www.leak-berlin.de/zusammenfassung-der-veranstaltung-zum-thema-isst-kita-gut-oder-kann-kita-besser-essen/

LEAK Forderungspapier

Wir Eltern fordern deutliche Verbesserungen in Kita und Kindertagespflege, damit unsere Kleinen auch in Zukunft bestens betreut sind. In Berlin sind laut Statistischem Bundesamt zum 01.03.2013 ca. 44 Prozent der unter 3jährigen und ca. 94 Prozent der 3-6jährigen in einer Kindertageseinrichtung betreut. Wir begrüßen, dass es in den vergangenen Jahren mehr Kinder in unseren Einrichtungen geworden sind und wollen erreichen, dass alle Eltern, die einen Kita-Gutschein einlösen wollen, dies auch können. Um aber weiter unter Eltern für Kitas zu werben oder gar 100 Prozent der Eltern mit kleinen Kindern erreichen zu können, müssen unsere Kitas besser werden. Vor allem besser ausgestattet werden.

# Das Berliner Bildungsprogramm bietet einen verbindlichen, wissenschaftlich begründeten und fachlich erprobten Orientierungsrahmen für die Arbeit aller Berliner Kindertageseinrichtungen. Es beschreibt die Rahmenbedingungen und Grundlagen, um die Entwicklung eines Kindes zu begleiten, mit welchen Inhal- ten es bekannt gemacht werden soll und wie es entsprechend seines Entwicklungsstandes und seiner Neigungen gefördert werden kann. Es beschreibt leider nicht, welche Ressourcen dazu mindestens be- nötigt werden. Während das Programm immer besser wird, beobachten wir Eltern mit Sorge, dass die eingesetzten Ressourcen nicht mithalten.

# Die Berliner Bildungslandschaft ist vielfältig und vielseitig. Unsere Kinder werden Tag für Tag liebevoll betreut. Erzieher_innen leisten Großes für unsere Kleinsten. Aber so sehr sich die Fachkräfte auch auf- reiben, sie werden die fehlenden Ressourcen nicht durch mehr Anstrengung ersetzen können. Wir brau- chen nach dem quantitativen Ausbau endlich einen qualitativen Aufbau.

# Bildungsforscher empfehlen für den U3-Bereich eine Fachkraft-Kind-Relation von 1 zu 3. Berlin ist nicht nur von dieser Empfehlung weit entfernt, sondern auch vom Standard anderer Bundesländer (Vgl. Län- dermonitor frühkindliche Bildung der Bertelsmann-Stiftung, Juli 2014).

# Wir können bisher nur einmal im Jahr (15. März) Rückschlüsse auf die tatsächliche Fachkraft-Kind- Relation ziehen. Daher wissen wir nicht, ob die gesetzlich festgelegte Personalausstattung vieler Berliner Kitas nicht nur zu den bekannten Urlaubs- und Krankheitszeiten, sondern nicht auch strukturell unter- schritten wird. Besonders dramatisch ist, dass Kitas Meldepflichten, die solche Unterschreitungen sicht- bar machen würden, nicht einhalten und dies anscheinend auch oft ohne Konsequenzen bleibt.

# Die Berechnung des Personalschlüssels ist eine komplizierte Sache. Die Überprüfung fällt schwer. Eine Einhaltung der Anforderungen ist somit kaum nachvollziehbar.

Der LEAK fordert:

  • Bessere Personalausstattung: Urlaub und Krankheit sollen nicht länger den Kitaalltag der Kinder bzw. Arbeitsalltag der Fachkräfte bestimmen. Das Fachkraft-Kind-Verhältnis soll an jedem Tag des Jahres Anwendung finden. Wir fordern daher einen Personalschlüssel, der die durchschnitt- lichen Krankheitstage der Fachkräfte ebenso aus den Berechnungen herausnimmt wie den Ur- laubsanspruch nach Bundesurlaubsgesetz.
  • Bessere Kontrolle: Wir brauchen mehr Verbindlichkeit bei der Einhaltung der Qualität in unse- ren Einrichtungen. Wir fordern, dass die Meldepflichten eingehalten werden. Wir setzen uns da- für ein, dass das pädagogische Personal einer Kita jeden Monat erfasst wird und Abweichungen, die länger als vier Wochen andauern, geheilt werden. Dazu veranlasst die Aufsichtsbehörde die Erarbeitung eines Fahrplans, der im Kitaausschuss vorgestellt wird. Mittelfristig wollen wir eine Melde-/Schlichtungsstelle eingerichtet wissen, die für alle Eltern berlinweit erreichbar ist.
  • Mehr Erkenntnisse: Wir fordern eine landesweite Erhebung der Ausfall- und Abwesenheitszei- ten (Fortbildung, Krankheit und Urlaub) und der Zeiten für die mittelbare pädagogische Arbeit durch Externe. Wir wollen ein Bild von der tatsächlichen Arbeitsbelastung der Berliner Erziehe- rinnen und Erzieher erhalten, um daraus Konsequenzen ziehen zu können. Konsequenzen, die unseren Erzieherinnen und Erziehern helfen, ihren Arbeitsalltag bewältigen zu können.
  • Mehr Anerkennung: Wir fordern vom Land Berlin weitere Anstrengungen zur Beseitigung des Fachkräftemangels. Dazu zählen wir vor allem eine spürbar bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher, eine bessere Berücksichtigung der Arbeitsbelastungen, die neben der eigentlichen Gruppenarbeit stattfinden (mittelbare pädagogische Arbeit) und die Schaffung von mehr Auf- stiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Berufsfeldes. Aber auch mehr In- vestitionen und Bemühungen, um den Gesundheitsschutz der Fachkräfte zu verbessern, gehö- ren dazu.
  • Mehr Transparenz: Wir fordern eine Offenlegung des Personalschlüssels. Kita-Leitungen sollen gegenüber der Elternvertretung jeweils zur ersten Sitzung des Elternausschusses den Personal- einsatz in ihrer Kita erläutern, damit Eltern Abweichungen erkennen können.
  • Mehr Männer: Wir regen eine Werbeoffensive für den Beruf des Erziehers an, um insbesondere mehr Männer für den Erzieherberuf zu interessieren. Hamburg konnte so den Anteil der Erzie- her deutlich erhöhen. Andere Stadtstaaten – wie Berlin – sollten dies nachahmen.
  • Mehr Vielfalt: Um der Realität unserer Kitas gerecht zu werden, muss sich die kulturelle Vielfalt auch bei den Erzieherinnen und Erziehern widerspiegeln. Zusätzlich soll die Anerkennung aus- ländischer Abschlüsse verbessert und vereinfacht werden.
  • Mehr Kind: Wir fordern die Abschaffung des Eigenanteils der Träger. Wir wollen, dass unsere Kinder zu 100 Prozent gesehen werden und nicht länger nur 93 Prozent der Kostenblattpauscha- len den Trägern erstattet werden.
  • Mehr Bildung: Das Gutschein-System hat sich grundsätzlich bewährt, auch wenn Eltern auf- grund des Platzmangels von ihrem Wunsch- und Wahlrecht keinen Gebrauch machen können und in begehrten Lagen froh sind, überhaupt einen Platz zu bekommen. Das Gutschein-System sollte modifiziert werden. Gutscheine ohne Prüfung sollten mit einem Mindestvolumen von 6 Stunden ausgegeben werden.
  • Mehr Kita-Räume: Damit Kita-Räume auch in attraktiven Wohngegenden eröffnet werden kön- nen, müssen die unterschiedlichen Mietkosten stärker berücksichtigt werden. Wir suchen nach einer Anerkennung der tatsächlichen Preise bei der Kostenerstattung.
  • Mehr Organisation: Die Anforderungen an die Organisation einer Kita sind gewachsen. Eltern wollen ihre Gutscheine einlösen und besichtigen Kitas, Vertragsgespräche müssen geführt und die Weiterbildung des Teams organisiert werden. Das Berliner Bildungsprogramm ist in seiner neuen Auflage noch präziser in den Formulierungen. Eine gute Umsetzung dieser Anforderun- gen ist mit der derzeitigen Ressourcenausstattung nicht möglich. Daher fordern wir eine volle Freistellung der Leitungen ab einer Einrichtungsgröße von 60 Kindern und eine entsprechende Anpassung der anteiligen Freistellungen.

 

LEAK Forderungspapier